Waldkalender - Der Wald im Winter

Im Wald haben wir die Chance, die vier Jahreszeiten intensiv zu erleben. Kälte und Stille im Winter, das pralle Leben im Sommer. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über den Wald im Winter.

Waldkalender: Winter im Wald

Jetzt wird es oft klirrend kalt – und leise. Zeit für Spaziergänge im Schnee, um Stille und Natur zu genießen. Natürlich dick eingepackt. Auch die Bäume des Walde schützen sich vor Frost: Sie halten zum einen den Wassergehalt sehr gering und speichern zum anderen Zucker in Form von Stärke; größtenteils in der Rinde. Im Winter bietet der Wald auch Schutz vor der Kälte: Vielen Tieren hält er einen Unterschlupf bereit: in Baum- und Wurzelhöhlen, im gefallenen Laub und nicht zuletzt im Boden, in dem tief unten einige Tiere ihren Winterschlaf halten.

Sie interessieren sich für einen bestimmten Monat?
Dann springen Sie doch einfach direkt dahin.

Waldkalender: Der Wald im Dezember

Der Wald im Dezember

Wer denkt, in dieser Zeit wächst nichts mehr im Wald, irrt: Der Frostschneckling erblickt als letzter unter den essbaren Speisepilzen das Licht der Welt. Er braucht frostige Nächte zum Fruktifizieren, also zum Ausbilden von Samen und Frucht. Den Frostschneckling findet man nur im Wurzelbereich junger Kiefern – mannshoch bis etwa 2,50 Meter – und an lichten Waldrändern oder Wegen. Er kommt nicht häufig vor, meistens findet man ihn in den Wäldern Brandenburgs.

 

Was dem Wald jetzt guttut

Verkehrssicherungskontrolle beim Nadelholz

Im Dezember sollten die Nadelholz-Bestände entlang der Straßen und Wege auf erkrankte Bäume kontrolliert werden. Welche Bäume haben schüttere, wenig benadelte Kronen? Sind nicht verheilte Rindenverletzungen sichtbar? Gibt es Spechtlöcher oder fällt die Rinde schon ab? Zu achten ist wie immer bei diesen Kontrollen auf Totäste, vom Wind angeschobene oder komplett abgestorbene Bäume. Was entlang der Wege aus Sicherheitsgründen nicht entfernt werden muss, bleibt im Bestand als wertvolles Totholz und Lebensraum für viele Tierarten.
Was noch auf dem Zettel mit Erledigungen stehen kann: Einschlag von Weihnachtsbäumen, Holzrückung in Feuchtgebieten nach langanhaltendem Frost, Probesuchen nach Schadinsekten, um ihre Populationsdichte zu ermitteln. Viel zu tun!

Schon gewusst?

In Deutschland ist über ein Drittel der Landesfläche mit Wald bedeckt. Das heißt, es gibt 11,4 Millionen Hektar Wald – das entspricht der Landesfläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen!

Bauernregel

Ist der Dezember rau und kalt, kommt der Frühling auch schon bald

Waldkalender: Der Wald im Januar

Der Wald im Januar

Der Schwarze Nieswurz blüht! Die besser als Christrose bekannte Pflanze mag buschige Hänge, lichte Buchen- und Buchenmischwälder. Man findet sie aber auch in Fichtenwäldern. Die Zapfen der Fichten können im Januar geerntet werden.

Manchmal bekommt der Dachs schon im Januar Nachwuchs – nach einer Tragzeit von bis zu 13 Monaten bringt er bis zu fünf blinde Junge zu Welt. Kaum zu glauben: In manchen Jahre wandern Molche schon ab Januar. Dazu brauchen sie aber Temperaturen über Null Grad und vor allem viel Feuchtigkeit.

 

Was dem Wald im Januar guttut

Jagdzeit

Im eisigen Januar gibt es im Wald nicht viel zu erledigen. Aber Achtung: es ist Jagdzeit. Wer er im Wald Wintersport betreibt, sollte nicht die Wege verlassen. Waldwirtschaft und Jagd sind eng miteinander verbunden – angemessene Wilddichten sind sehr wichtig, damit der Wald wachsen kann.

Schon gewusst?

Etwa 90 Baum- und Straucharten findet man in den deutschen Wäldern. Die beiden häufigsten Baumarten sind Fichte (26 %) und Kiefer (23 %). Bei den Laubbäumen belegen Buche (16%) und Eiche (9%) die ersten beiden Plätze.

Bauernregel

Wie viel Regentropfen ein Januar, soviel Schneeflocken im Mai.

Waldkalender: Der Wald im Februar

Der Wald im Februar

Die Eichhörnchen sind nach ihrer Winterruhe schon wach und ziemlich aktiv. Nicht nur bei der Nahrungssuche: Schon Ende Februar beginnt die Paarungszeit, Männchen und Weibchen liefern sich dann halsbrecherische Verfolgungsjagden durch die Äste der Bäume. Auch Tiere wie der Biber oder das Wildkaninchen paaren sich im kühlen Februar, bei den Pflanzen können schon Erle oder Hasel blühen.

 

Was dem Wald im Februar guttut

Maschinenpflege

Waldeigentümer können im Februar zum Beispiel ihre Forstgeräte pflegen und gegebenenfalls Ersatzteile bestellen.

Nistkästen aufhängen

Auch für den Februar gilt: An den Bäumen wird kaum etwas gemacht. Man könnte doch aber Nistkästen für Vögel aufhängen. Bis spätestens Ende Februar beziehen viele unserer gefiederten Freunde wie Bachstelze, Rotkehlchen und Zaunkönig ihr Heim. Also nutzen Sie die letzte sich bietende Möglichkeit. Auch Fledermäuse freuen sich über Rückzugsmöglichkeiten in Form eines Fledermauskastens. Oder wie wäre es mit einem „Insektenhotel“ für unsere fleißigen Insekten? Bauanleitungen dazu findet man im Internet.

Schon gewusst?

Die Blätter einer einzigen Eiche filtern pro Jahr etwa eine Tonne Staub und Verunreinigungen aus der Luft.

Bauernregel

Wenn’s im Februar regnerisch ist, hilft’s so viel wie guter Mist.

 

Zu den Frühlings-Monaten im Waldkalender

 

Entdecken Sie Waldhilfe

Grundlagen
Naturschutz im Wald
Gefahren für den Wald
Das Waldmagazin