Wildschäden im Wald

Rehe, Hirsche und Wildschweine sind ein wunderbarer Teil unserer Natur. Als Waldeigentümer kommt man aber nicht darum herum, sich auch mit möglichen Schäden auseinanderzusetzen, die Wildtiere anrichten können. Wissenswertes zu Wildschäden im Wald gibt es hier.

Ein fressendes Reh - Wildschäden im Wald

Bei den wildlebenden Säugetieren im Wald herrscht von Natur aus ein ökologisches Gleichgewicht zwischen den Tieren, ihren Futterpflanzen und ihren Räubern. Außerdem regulieren Krankheiten und Parasiten die Anzahl der Tiere, die auf einer bestimmten Fläche leben. Dieses Gleichgewicht ist in Deutschland jedoch weitestgehend gestört, weil vielerorts keine Raubtiere mehr existieren – sieht man einmal vom Wolf ab, der erst vor Kurzem wieder eingewandert ist. Außerdem finden die Tiere auf Flächen der industriellen Landwirtschaft auch im Winter noch viel Futter. Deshalb ist die Population einiger Tiere wesentlich größer, als sie es natürlicherweise sein sollte. Die von ihnen verursachten Schäden treten dementsprechend häufiger und in größerem Umfang auf.

Die wichtigsten Schäden, die wildlebende Säugetiere bei uns im Wald verursachen, sind sogenannte:

Was ist ein Verbissschaden?

Verbissschäden werden vor allem von Rehen, Hirschen und dem Damwild verursacht. Sie beißen die Knospen junger Bäume ab und stören sie so in ihrem Wachstum. An besonders kleinen Bäumen können auch Hasen und Kaninchen für den Verbiss verantwortlich sein. Ohne Schutzmaßnahmen können dadurch ganze Baumgenerationen in Ihrem Wald verloren gehen.

Besonders Rehe haben einen anspruchsvollen Geschmack. Wie auch wir mögen sie Abwechslung in ihrer Ernährung und bevorzugen deshalb Baumarten, die in ihrem Umfeld selten sind. Das kann auch dazu führen, dass seltene Baumarten in Mischwäldern aussterben oder Laubbäume in Nadelwäldern nicht Fuß fassen können.

Um das Ausmaß von Verbissschäden zu kontrollieren, können Sie ein sogenanntes Weisergatter errichten. Dafür wird in älteren Wäldern, in denen man Naturverjüngung erwartet, eine kleine Fläche von nur wenigen Quadratmetern eingezäunt. Oft zeigen sich in solchen Weisergattern schon nach wenigen Jahren sehr viele kleine Bäume und andere Pflanzen, die andernfalls gefressen worden wären.

Was ist ein Schälschaden?

Schälschäden entstehen, wenn Rotwild – also Hirsche, die weiblichen “Alttiere” und ihre Jungen – die Rinde junger Bäume verspeist. Das geschieht vor allem in dichten Nadelholzbeständen, wo die Tiere einen Rückzugsort suchen. Betroffen sind Bäume mit dünner Rinde, besonders aber junge Fichtenwälder. Im Sommer wird die Rinde in langen Bahnen vom Stamm abgezogen, während sie im Winter eher abgenagt wird. In beiden Fällen wird das Holz freigelegt. Nadelbäume reagieren darauf mit einem intensiven Harzfluss. Meist sterben sie nicht unmittelbar an der Verletzung. Aber das Holz wächst nur unregelmäßig weiter und es können Pilze in den Baum eindringen. Dann fault der Stamm von innen heraus. Der Baum bricht bei Stürmen leichter und das Holz verliert massiv an Wert.

Wenn Mäuse oder Kaninchen die Rinde abfressen, können an sehr kleinen Bäumen ähnliche Schäden im Mini-Format entstehen. Diese kleinen Bäumchen sterben aber im Gegensatz zu den großen Bäumen häufiger direkt nach dem Fraßschaden ab.

Was ist ein Fegeschaden?

Fegeschäden entstehen, wenn Rehböcke, also männliche Rehe, den sogenannten Bast von ihrem Geweih abreiben. Das ist eine behaarte Hautschicht, unter der sich ein neues Geweih bildet. Während des alljährlichen Wachstums des Geweihs, wird es über den Bast mit Nährstoffen versorgt. Die Hautschicht stirbt ab, wenn das Geweih vollständig ausgebildet ist. Dann “fegt” der Rehbock sein Geweih. Dazu sucht er sich kleine Bäume, etwa mannshoch, und schlägt sein Geweih dagegen. So markieren Rehböcke auch ihr Revier, da sie über Duftdrüsen in der Nähe des Geweihes verfügen. Der Baum stirbt allerdings nach dieser unsanften Behandlung in Folge der Rindenschäden häufig ab.

Ein Hirsch im Bast - in wenigen Wochen wird sein Geweih fertig ausgebildet sein - Wildschäden im Wald
Ein Hirsch im Bast - in wenigen Wochen wird sein Geweih fertig ausgebildet sein.

Der Artikel Wildschäden im Wald vermeiden zeigt Möglichkeiten auf, wie Sie Wildschäden begegnen können. Der Artikel Der Wald und die Jagd handelt von der Beziehung zwischen Wald und Jagd sowie von waldbaulichen Konsequenzen.

 

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