Waldkalender - Der Wald im Sommer

Fast nirgendwo sonst in der Natur lassen sich die vier Jahreszeiten intensiver erleben als im Wald. Kälte und Stille im Winter, das pralle Leben im Sommer. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über den Wald im Sommer.

Waldkalender: Sommer im Wald

Wer im Sommer Abkühlung sucht, findet sie nicht nur im Schwimmbad, sondern auch im Wald. Der Grund: Bäume dünsten sogenannte Monoterpene, die unter anderem für den typischen Waldgeruch sorgen. Diese Teilchen dienen aber auch als Kondensationskeime für Wasserdampf – und dessen Verdunstungskälte kühlt die Luft ab. Die Bäume selbst wollen an den hellsten Tagen des Jahres so viel Sonnenenergie wie möglich für die Photosynthese tanken. Die Rotbuche zum Beispiel bildet dafür kleine, leistungsfähige Lichtblätter im äußeren Bereich der Krone und große Schattenblätter für den inneren. Auch einige andere Bäume nutzen so das einfallende Licht im Sommer optimal aus.

Sie interessieren sich für einen bestimmten Monat aus unserem Waldkalender? Dann springen Sie doch einfach direkt dahin.

Waldkalender: Der Wald im Juni

Der Wald im Juni

Familie Damhirsch bekommt ihr Junges, selten werden auch zwei Kälber geboren. Auch beim Rothirsch gibt es Nachwuchs, den er ein ganzes Jahr umsorgt. Besonders spannend zu dieser Zeit: In der Dämmerung sind häufig Jungfüchse unterwegs. Sie sind neugierig und voller Entdeckungsdrang, das überwiegt die Scheu vor Menschen. Wer jetzt vorsichtig und leise ist, dem bieten sich Möglichkeiten für spannende Begegnungen. Also Augen offen halten und psst!

 

Was dem Wald im Juni guttut

Grünastung (Juni und Juli)

Im Wald wird es Zeit für die sogenannte Grünastung. Der Grund ist wie bei der Totastung im Mai die Erhöhung der Holzqualität der sogenannten Zukunftsbäume. Die Äste sollten bei der Grünastung keinen größeren Durchmesser als drei Zentimeter haben, da die Wunde sonst nicht vom Baum geschlossen werden kann – es besteht dann die Gefahr, dass Pilze eindringen. In einen Bestand wird die Astung immer frühzeitig durchgeführt: Die Bäume sollten nicht stärker als 15 bis 20 Zentimeter sein, gemessen ungefähr auf Brusthöhe.

Schon gewusst?

In den Deutschen Wäldern wachsen jährlich rund 110 Millionen Kubikmeter Holz nach. Davon geerntet werden nur rund 70 Millionen Kubikmeter. Es wächst also in Deutschland mehr Holz zu als genutzt wird.

Bauernregel

Wenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr.

Waldkalender: Der Wald im Juli

Der Wald im Juli

Achtung, Blattzeit! So nennen Förster die Paarungszeit der Rehe – und weil die scheuen Tiere in dieser Zeit wenig achtsam sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Wildunfälle. In Waldstücken also Fuß vom Gas. Die Brombeere ist schon reif für Sammler, und Dutzende Kräuter wie Helmkraut, Stacheldistel oder Weidenröschen blühen.

 

Was dem Wald im Juli guttut

Kulturpflege

Ein junger Bestand, die Kultur, benötigt viel Pflege. Das gilt vor allem, wenn lichtreiche Freiflächen neu bepflanzt wurden: Gräser und andere Pflanzen können dann durch ihr schnelles Wachstum die Jungbäume überdecken, was zum Absterben der Bäume führen kann. Wichtig ist also ein rechtzeitiges Ausmähen! Das verhindert auch das Entstehen von dichten „Grasteppichen“, auf dem sich Kurzschwanzmäuse wohlfühlen, sich schnell vermehren und dann den jungen Bäumen stark zusetzen. Dass beim Ausmähen sorgfältig darauf zu achten ist, keinen der jungen Bäume zu verletzen, versteht sich von selbst.

Verkehrssicherungskontrolle

Verkehrssicherung bedeutet, entlang der Straßen und Wege im Wald nach Bäumen Ausschau zu halten, die eine Gefahr für Spaziergänger darstellen könnten – das macht man auch jetzt, im belaubtem Zustand der Bäume, weil man etwa Totäste besser erkennen kann. Abgestorbene Bäume, Bäume mit Totästen in der Krone oder vom Wind umgedrückte Bäume müssen entfernt werden, um die Sicherheit der Waldbesucher zu gewährleisten. Tote Bäume im Bestand, die weit genug von einem Weg entfernt sind, bleiben jedoch im Wald: Sie stellen ein wertvolles Biotop für viele Insekten und andere Tier- und Pflanzenarten dar.

Schon gewusst?

Im zumeist wärmsten Monat des Jahres ist nicht nur den Menschen manchmal zu heiß, man sieht sogar die Laubbäume „schwitzen“: Es bildet sich ein Wasserfilm auf den Blättern. Sie können sogar zu Tropfen beginnen.

Bauernregel

Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

Waldkalender: Der Wald im August

Der Wald im August

Köstlich, die Heidelbeere ist reif zur Ernte! Ihre Früchte schätzen auch Tiere, die nicht an Baum- und Buschfrüchte gelangen können, zum Beispiel das Auerhuhn und der Fuchs. Die Blindschleiche bekommt Nachwuchs, bis zu 25 Jungtiere werden lebend geboren. Auch Hase, Kaninchen und Igel freuen sich über Neuankömmlinge. Der Schwarzstorch, der im Wald lebt, tritt schon die lange Reise nach Afrika an. Von vielen sehnlichst erwartet: Die Pilzsaison beginnt. Pfifferling, Frauentäubling, Marone und Rotkappe lassen sich als erste blicken. Man sollte nur die Arten pflücken, die man zu hundert Prozent als essbar identifizieren kann. Jetzt ist auch Rücksichtnahme gefragt. Vom Waldbesitzer – und von den Sammlern: Naturschutzgebiete sind ein absolutes Tabu!

 

Was dem Wald im August guttut

Jungbestandspflege (auch im September)

Die sogenannte Jungbestandspflege ist zum Beispiel nötig auf Flächen, auf denen sich nach Stürmen wie einst Wiebke und Lothar wieder neue Wälder angesiedelt haben. Sie unterteilt sich in die Dickungspflege und in die Förderung von Zukunftsbäumen. Die Dickungspflege betrifft Bäume mit einer Höhe von 2 bis 15 Metern. Ziel ist, schlecht veranlagte Stämme zu entfernen. So haben gut veranlagte Bäume mehr Platz zum Wachsen, außerdem ist die Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe geringer.

Zukunftsbäume sind besonders gut veranlagte Bäume. Sie werden jetzt markiert. Gut veranlagt heißt: Sie weisen keine sogenannte Zwiesel auf, also keine Gabelung des Stammes. Ihr Stamm ist gerade und weist keine Verletzungen auf, die Krone ist dicht und zu allen Seiten gut ausgeprägt. Worauf auch zu achten ist: Bäume mit dicken Ästen weisen eine schlechtere Holzqualität auf als Bäume mit dünnen, feinen Ästen.

Schon gewusst?

Der deutsche Wald trägt einen großen Teil zum Klimaschutz bei: Er speichert jährlich rund 2,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.

Bauernregel

Dem August sind Donner nicht Schande, sie nutzen der Luft und dem Lande.

 

Zu den Herbst-Monaten aus dem Waldkalender

 

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