Holzqualität und Holzsortierung

Holz wird für den Verkauf sortiert. So kann es bestmöglich verwendet werden und Sie erzielen beim Verkauf bessere Preise. Um die Holzqualität in Ihrem Wald einschätzen zu können, ist es wichtig, die damit verbundenen Kriterien zu kennen.

Rissiges Holz - Holzqualität und Sortierung

Holz wird nach unterschiedlichen Merkmalen sortiert. Wie genau das Holz für den Verkauf sortiert wird, richtet sich meist nach dem Holzkäufer. Welche Holzkäufer in Frage kommen, hängt wiederum von den Eigenschaften des Holzes selbst ab. Die drei häufigsten Merkmale, nach denen Holz neben der Holzart sortiert wird sind:

Sortierung von Holz nach seiner Stärke

Bei der Stärkesortierung wird das Holz anhand seines Stammdurchmessers verschiedenen Stärkeklassen zugeordnet. Die folgende Tabelle zeigt zum Beispiel eine gängige Stärkeklassen-Einteilung von Stammholz nach dem Mittendurchmesser ohne Rinde. Dieser Durchmesser wird genau in der Mitte des liegenden Stammes gemessen und die Rinde rechnerisch davon abgezogen. Für den Rindenabzug gibt es für jede Baumart festgelegte Umrechnungszahlen. In der Praxis findet sich vor den Zahlen der Stärkeklasse oft auch das Kürzel „L“, was für „langes“ Stammholz ab sechs Meter Länge steht.

Stärkeklasse Mittendurchmesser
0 unter 10 cm
1a 10-14 cm
1b 15-19 cm
2a 20-24 cm
2b 25-29 cm
3a 30-34 cm
3b 35-39 cm
4 40-49 cm
5 50-59 cm
6 60 cm und mehr
Quelle: Rahmenvereinbarung
für den Rohholzhandel in Deutschland

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Sortierung von Holz nach seiner Güte

Die Einteilung in Güte- oder Qualitätsklassen rückt hingegen die Holzqualität in den Vordergrund. So erzielt ein Stamm mit faulen Stellen oder vielen großen Astlöchern in der Regel einen niedrigeren Preis, als ein Stamm, der diese Merkmale nicht aufweist.

Der Förster sortiert auch nach Qualität in verschiedene Klassen. Eine übliche Aufteilung dabei sind die Klassen: A, B, C und D, wobei A die höchste Qualitätsklasse darstellt und D die niedrigste. Teilweise sind auch Mischsortimente gebräuchlich (B/C). Für verschiedene Holzarten gibt es jedoch eigene Sortierrichtlinien. Um Holz im Wald einer der Güteklassen zuzuordnen, wird so nach bestimmten unerwünschten Merkmalen je nach Baumart gesucht. Eine allgemeinen Beschreibungen der Qualitätsklassen zeigt die folgende Tabelle:

Qualitätsklassen Beschreibung
A Stammholz von ausgezeichneter Qualität. Es ist fehlerfrei oder weist nur unbedeutende Qualitätsmerkmale auf, die seine Verwendung kaum beeinträchtigen.
B Stammholz von normaler Qualität mit wenigen und/oder mäßig ausgeprägten Qualitätsmerkmalen.
C Stammholz von normaler Qualität mit vermehrt vorkommenden und/oder stärker ausgeprägten Qualitätsmerkmalen.
D Stammholz, das wegen seiner Merkmale nicht den Klassen A, B, C angehört, aber als Stammholz nutzbar ist.
Quelle: Rahmenvereinbarung
für den Rohholzhandel in Deutschland

Ausgeprägte Holzmerkmale sind unerwünscht, wenn sie die Qualität des Holzes in Bezug auf den späteren Verwendungszweck beeinträchtigen. So wird nur das hochwertigste Holz zu Furnier verarbeitet und erzielt damit die besten Preise. Allgemein gutes Holz, mit feinen Ästen und geradem Wuchs, kann für Sägeprodukte wie Dachbalken oder Bretter verwendet werden. Es erzielt ebenfalls gute Preise. Holz mit deutlichen Makeln wie großen Ästen oder starker Krümmung kann häufig noch für Euro-Paletten, Pressspanplatten und andere Holzwerkstoffe Verwendung finden. Die zu erzielenden Preise sind bei dieser Qualität entsprechend geringer. Nur Holz, das aufgrund seiner Qualität für keine dieser Verwendungen in Frage kommt, sollte als Brennholz genutzt werden.

Die wichtigsten unerwünschten Holzmerkmale sind:

Für den Holzverkauf nach Qualität sortierte Baumstämme - Holzqualität und Sortierung
An Waldstraßen finden sich oft viele unterschiedlich sortierte Holzpolter.

Astigkeit

Die Astigkeit beschreibt die Anzahl, den Durchmesser und andere Eigenschaften aller erkennbaren Äste und Astnarben des Baumes. Wenn der Stamm eines Baumes weitestgehend frei von Ästen und Aststummeln ist, spricht man von astfreiem Holz.

Krümmung

Die Krümmung beschreibt, ob ein Baumstamm gerade gewachsen ist. Ist das Holz nicht gerade genug, erschwert dies die Verarbeitung und mindert Holzausbeute. Krümmt sich der Stamm in mehrere Richtungen, spricht der Förster von einem “unschnürigen” Stamm. Krümmt er sich nur in eine Richtung, erscheint aber aus einer anderen Richtung betrachtet gerade, ist er “einschnürig”. Bäume, deren Stämme absolut gerade wachsen, nennt man dagegen “gradschaftig” oder “zweischnürig”.

Abholzigkeit

Die Abholzigkeit beschreibt wie schnell der Durchmesser eines Stammes vom unteren, bodennahen Teil bis hin zur Krone abnimmt. Wenn der Durchmesser eines Stammes mehr als einen Zentimeter je laufendem Meter abnimmt, spricht der Profi von einem “abholzigen” Stamm. Nimmt der Durchmesser weniger als einen Zentimeter je Laufmeter ab, wird der Stamm als “vollholzig” bezeichnet. Erwünscht ist immer ein vollholziger Stamm, Abholzigkeit mindert dagegen den Holzpreis.

Drehwuchs

In einem idealen Stamm verlaufen die Holzfasern gerade vom Boden in Richtung Krone. Gelegentlich verlaufen die Holzfasern in einem Stamm jedoch nicht gerade, sondern spiralförmig um die Längsachse des Stammes – vergleichbar mit einer  langgezogenen Sprungfeder oder einem Korkenzieher. Sägt man aus einem solchen Stamm Bretter, werden sie leicht brechen, weil die Holzfasern nicht parallel zur Oberfläche des Brettes verlaufen. Deshalb ist Drehwuchs ein unerwünschtes Merkmal von Holz und mindert den Holzpreis. Ist der Drehwuchs jedoch nur sehr schwach ausgeprägt, stellt dies in der Regel keine Wertminderung dar.

Holzfäule

Einige Pilze und Mikroorganismen verursachen Holzfäulen. Die Fäulen verfärben das Holz und es büßt an Stabilität ein. In den meisten Fällen kann man faules Holz getrost im Wald lassen. Es dient als Totholz der biologischen Vielfalt im Wald und wird keine guten Preise erzielen. Ist die Fäule sehr weit fortgeschritten findet sich häufig gar kein interessierter Käufer – unabhängig vom Preis.

Andere Merkmale

Es gibt zahlreiche weitere Holzmerkmale, von denen viele nur bei den Hölzern bestimmter Baumarten eine Rolle spielen. So kann das Holz besonders alter Buchen einen roten Kern entwickeln, der meist unerwünscht ist. In den letzten Jahren konnte es aber teilweise als “Wildbuche” durchaus lukrativ vermarktet werden.

In anderen Hölzern treten manchmal verschiedenartig gewellte Holzfasern auf. Oberflächlich sichtbare Faserwellungen werden bei längs am Stamm verlaufenden Wellen als “Spannrückigkeit” und bei quer verlaufenden Wellen als “Wimmerwuchs” bezeichnet. Sie wirken sich negativ auf die Holzverwendung aus.

Es gibt aber auch Ausnahmefälle, in denen “Fehler” im Holz, also unerwünschte Merkmale wie ein gewellter Faserverlauf, die wertvollsten Stämme hervorbringen. So gibt es beim Ahorn eine äußerlich unsichtbare Form der Faserwellung, die sogenannte “Riegelung”. Der “Riegelahorn” ist sehr gefragt bei Instrumentenbauern, weshalb er besonders hohe Preise erzielt. Landet solches Holz versehentlich im Kamin, verbrennen in kürzester Zeit mehrere zehntausend Euro.

Sortierung des Holzes nach seinem Verwendungszweck

Es ist auch möglich Holz nach dem Verwendungszweck zu sortieren. Ein klassisches Beispiel hierfür stellt das Industrieholz dar, das zur Papier- und Zellstoffproduktion verwendet wird. Industrieholz hat in der Regel einen geringeren Durchmesser und ist nicht von bester Qualität. Da das Holz ohnehin bei der Verarbeitung in seine Fasern aufgelöst wird, spielen Stärke und Güte für diesen Verwendungszweck oft eine untergeordnete Rolle.